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Alemannia Fürth

Weinfahrt

Bb Randolf Hümmer berichtet:

The same procedure as every year:
Jährlich im Herbst versammelt sich ein Häuflein vinophiler, zum Teil in dreifarbige Bänder gewandeter Menschen in der Fürther Innenstadt um per Bus ein im Nordwesten Frankens gelegenes Ziel anzusteuern. In diesem Jahr war es der 29.10., der den Winzerhof Staudt zum Ziel der alemannischen Weinfahrt hatte. Im Sulzfelder Familienweingut sorgte eine Häckerplatte zunächst für die erforderliche Grundlage, bevor Roland Staudt durch die sechsgängige Weinprobe führte.
Den Auftakt bildetet die fränkische Leitsorte Müller-Thurgau, die im vergangenen Jahrzehnt einen kräftigen Imageverlust erlitten hat. Um dem zu begegnen stattete man den Einstiegswein des Abends mit einem moderneren Image aus. Der Name MONTE C steht für Cyriakusberg und wird in einer Bordeauxflasche ohne Angabe der Rebsorte ausgeschenkt. Kurzum: der trockene Kabinettwein aus dem Jahr 2010 war ein idealer Starter in den Abend, unkompliziert, Nase, Geschmack, Abgang und gefühlte Säure eine absolut eine runde Sache…Genusstrinken ohne weitere Worte.
Der folgende Sulzfelder Maustal Silvaner Kabinett trocken 2010 kam mit klassischer Nase daher und war etwas schnell im Abgang. Die Verweildauer nahm zwar mit jedem Schluck zu, doch auch nach dem letzten Schluck fehlte der letzte Kick. Jahrgangsbedingt war vielleicht einen Tick zu viel Säure zu bemerken, so dass man meinen hätte können bei der Weinprobe wären Müller-Thurgau und Silvaner vertauscht worden.Der als Nummer 3 servierte Rotling Sulzfelder Cyriakusberg 2010 aus Silvaner und Domina hatte eine schöne Farbe, aber kaum Nase. Der Geschmack des fränkisch halb-

Immpressionen von der Weinprobe.

trockenen Weines ging in Richtung fruchtig und es drängte sich die Frage auf, wie er wohl gewesen wäre, wäre er trocken ausgebaut worden.
Die Rieslaner Spätlese (Silvaner x Riesling) der Lage Cyriakusberg aus dem Jahre 2009 beeindruckte durch seine exotische Frucht. Sein Geschmack kam situativ intensiv daher, fast explosiv und wurde mit jedem Schluck besser und nachhaltiger.
Der Prinzessinenwein, eine Kerner Spätlese von 2009 aus der Lage Cyriakusberg ist eine Hommage an die Winzerstochter, die von März 2010 bis April 2011 als Sulzfelder Weinprinzessin repräsentierte. „Prinzessinenwein", nomen est omen, ein Wein in reinster Form und Güte mit Aromen von Pfirsich und Aprikose, die sich sofort entfalten, eingeladen zum Verbleib am Gaumen. Ein Wein wie eine Prinzessin – oder wie es ein Teilnehmer ausdrückte „ein süßer Fratz".
Rot bildete den Abschluss der Weinprobe, ein Sulzfelder Cyriakusberg Cabernet Dorsa Spätlese 2010. Der Eindruck zunächst Power pur in der Nase, geschmacklich ein Kuss vom Holzfass, aber unplugged, wobei ein klein wenig mehr Nachhaltigkeit gewünscht gewesen wäre. Ein Babymord, die Flasche vielleicht zu früh geöffnet? Auf ein Wiedersehen vielleicht in zwei Jahren!
Dass die Weine gut ankamen zeigten nicht nur rege Expertengespräche, die im Anschluss geführt wurden. Und nicht nur ein Blick auf die Tische die sich rasch mit bestellten Flaschen füllten bot ein Indiz dafür, sondern auch die Tatsache, dass einige die Möglichkeit des Einkaufs nutzten, um zu Hause noch die eine oder andere Erinnerung an einen gut gelungenen Ausflug zu pflegen.